Was ist Systemische Familientherapie?

 

Systemisches Familienstellen ist eine Methode aus der Psychotherapie, bei der

in einer Gruppe ein Bild der eigenen Familie aufgestellt wird. Hierzu stellt der Klient Stellvertreter für die einzelnen Familienmitglieder - einer auch die eigene Person – auf eine vorgegebene Fläche.

 

Jeder Person wird mit großer Konzentration und Achtsamkeit in diesem Raum ein Platz und eine Blickrichtung gegeben. Dabei wird weder eine bestimmte Haltung noch ein bestimmtes Gefühl vorgegenen. Die Stellvertreter wissen nur, dass sie z.B. die Mutter, der Großvater, der Bruder, der Ehemann o.ä. sind. Mehr Information sind für die Stellvertreter nicht nötig.

 

Nach einem kurzen Moment geschieht ein beeindruckendes Phänomen: Die Stellvertreter im Raum erspüren eine erstaunliche Vielfalt von Gefühlen und Beziehungen in der jeweiligen Familie.

 

Die Stellvertreter teilen aus der Rolle heraus mit, was sie wahrnehmen. In diesem Prozess lösen sich dann peu a peu viele Spannungen, wenn sie nur aufgedeckt und ausgesprochen werden. Während der Aufstellung benutzt der Leiter dann individuell passende einfache Sätze, die lösend und dadurch heilend wirken. Dabei entscheidet die Wirkung auf die anderen aufgestellten Stellvertreter, ob ein Satz passt und „ankommt“ und somit eine echte Veränderung herbeiführt. So werden im Lösungsprozess verschiedene Sätze ausprobiert und somit auf Stimmigkeit überprüft.


Anwendung in meiner Praxis: Brettaufstellungen

Während meiner 2-jährigen Ausbildung zur systemischen Therapeutin bemerkte ich, dass viele Klienten auch bei einer Familienaufstellung auf einem Brett, mit Figuren, zur Lösung ihrer Probleme gelangten!

Auch wenn eine Aufstellung mit lebenden Personen kraftvoller wirken kann, so ist doch eine Familienaufstellung auf dem Brett oft ein „Türöffner“, um einen Konflikt erst einmal anzuschauen.

 

Die Vorteile einer Brettaufstellung sind weiterhin: 

  • die Überwindung, vor vielen fremden Personen seine Konflikte darzustellen, fällt hier weg. Es ist sonst nur noch der Therapeut anwesend. 

  • So ein Brett und Figuren sind schnell auf den Tisch gelegt, schon z.B. im homöopathischen Anamnesegespräch kann kurz und knackig bei einem tiefliegenden Konflikt diese Situation einmal plastisch und dreidimensional dargestellt werden. 

  • Durch die räumliche Darstellung tritt eine größere Klarheit ein. Man sieht auf einen Blick, wie Personen zueinander stehen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. 

  • Als Therapeut bemerkt man sehr schnell, zu welchen Lösungsschritten der Klient schon bereit ist und zu welchen noch nicht. Diese weiteren Lösungs-schritte können in folgenden Sitzungen erarbeitet werden. So wird Über-forderung vermieden. Ich habe bei Aufstellungen mit Personen erlebt, dass manchmal der Klient mit den Aufstellungsergebnissen überfordert war.

Hier bietet sich dann ein etwas kleinschrittigerer Lösungsprozess auf dem Brett an.

 

  • Bei einer Brettaufstellung kann sozusagen eine „Vogelperspektive“, in der

    Psychotherapie als Metaebene bekannt, eingenommen werden. Der Klient kann auch hier erstaunlicherweise wahrnehmen, wie auch andere, beteiligte Personen sich fühlen. Ein Perspektivwechsel wird möglich. 

  • Durch das Wahrnehmen der Perspektive der anderen Person/Personen können „Aha-Erlebnisse „ ausgelöst werden. Wenn ich mich besser in die Perspektive eines anderen versetzen kann, wächst das Verständnis für die Zusammenhänge und die „Familiengeschichte“ mit den tiefer liegenden Hintergründen. Das hilft im Endeffekt auch der eigenen Person, mehr in Frieden zu kommen. 

  • Es muss nicht erst langwierig eine größere Gruppe von Stellvertretern zusammengebracht werden, eine sofortige Arbeit ist möglich.

 

Aus den vorher genannten Gründen arbeite ich gerne und oft in meiner Praxis mit dem „Familienbrett“. Meist habe ich erlebt, das die Ergebnisse ähnlich nachhaltig sind wie bei der Aufstellung mit Stellvertretern. 

Nicht selten hilft es, vorrangig den immer wieder auftretenden wiederkehrenden Konflikt zu lösen, denn dann helfen auch Homöopathie und Osteopathie nachhaltiger. 

 

Wann kann eine Familienaufstellung sinnvoll sein? 

Wenn

  • immer wieder kehrender Unfrieden in der Arbeit auftritt,

  • Konflikte mit Vorgesetzen oder Kollegen sich ständig wiederholen,

  • die Überforderung und der Zeitdruck dauerhafte Begleiter sind,

  • ich mit dem Partner immer wieder um gleiche Themen zanke,

  • das diffuse Gefühl in der Partnerschaft nicht weicht, dass eine Ebenbürtigkeit nicht da ist,

  • es ständig Probleme bei der Kindererziehung gibt, die sich länger schwelend hinziehen und es anscheinend kein kraftvolles elterliches „an-einem-Strang-Ziehen „ gibt,

  • Es bei Trennung, Scheidung und Patchwork-Familien ständige „Rosenkriege“ gibt; und die Kinder unter anhaltenden Loyalitätskonflikten leiden,

  • der Kontakt zu Mutter und Vater beeinträchtigt ist und kein erwachsenes, reifes und geklärtes Verhältnis zu den Eltern besteht,

  • und viele weitere Situationen, die im eigenen Leben immer wieder an den Kräften zehren.

 

In meiner Praxis sind die oben genannten Themen die „Dauerbrenner“, sind häufig:

der energieziehende Prozess, der die Gesundheit untergräbt und krankheitserhaltend auf den Körper einwirkt. 

Hier kann dauerhafte Heilung nur eintreten, wenn diese energieziehenden Prozesse bearbeitet und gelöst werden.

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